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Das hat es in der bald 50-jährigen Geschichte der OLG Suhr noch nie gegeben: Gleich zwei Suhrerinnen haben diesen Sommer an internationalen Titelkämpfen teilgenommen! Rosa und Lilly geben Einblicke in ihre Vorbereitung und die Wettkämpfe.

Teil 1: Rosa am EYOC.

 

 

Vom 20. - 22. August fand in und um Vilnius, der Hauptstadt Litauens, die Jugend-EM (EYOC) 2021 statt. Nachwuchsathlet*innen der Kategorien D/H16 und D/H18 aus 29 verschiedenen Nationen kämpften in der Langdistanz, der Staffel und im Sprint um Medaillen und Toprangierungen. Von der OLG Suhr konnte sich Rosa Bieri für den EYOC selektionieren. Wir konnten ihr einige Fragen zu ihren Erlebnissen in Litauen stellen:

Das Elite-Nationalkader weilt vor Grossanlässen jeweils in Trainingslagern vor Ort und kann sich spezifisch auf das Gelände einstellen. Diese Möglichkeit gibt es bei den Juniorinnen (noch) nicht - wie hast du dich auf die Wettkämpfe vorbereitet?

Der Veranstalter hatte alte OL-Karten des Wettkampfgeländes publiziert. Anhand dieser habe ich eine Geländeanalyse gemacht, ein Höhenprofil und eine spezifische Zielsetzung für jeden Wettkampf erstellt. Mit Google Maps konnte ich mich mit dem Gelände vertraut machen. Ich konnte die alte Karte mit den Bildern abgleichen und so Erkenntnisse gewinnen über die Vegetation und die Art der Kartierung. Ausserdem haben Trainer Musterbahnen gelegt. Ich habe mir versucht vorzustellen, wie ich diese Verbindungen laufen und auf was ich achten würde und wie es da etwa aussehen könnte. Als Vorbereitung habe ich zudem ein Training in einem ähnlichen Gelände in der Region Thun absolviert. In den Wochen vor dem Wettkampf habe ich vor allem Lauftrainings mit wenigen Höhenmetern gemacht. Nicht vergessen darf ich das Vorbereitungsweekend mit dem ganzen EYOC-Team, das in der Region Baden stattfand. Dort konnten wir unter anderem die Staffeltaktik auffrischen.

Dein erster Einsatz war über die Langdistanz. Welche Taktik hast du dir für den Lauf auf der grünen Karte mit feinem Relief vorgenommen – und ist das Konzept aufgegangen?

Ich habe mir als Ziel gesetzt, wenn immer möglich eine Umlaufroute zu wählen und Sicherheitsrouten zu bevorzugen. Es war mir wichtig, die Fehler klein zu halten, indem ich die Routen genau plane und viel Zeit in die Kartenarbeit investiere. Ein weiteres Ziel war, das markante Relief sofort zu erfassen und sich an diesem zu orientieren. Ich konnte diese Ziele gut umsetzen und bin zufrieden mit dem Wettkampf.

Als nächstes stand die Staffel auf dem Programm. Wie bist du mit der Nervosität und der Strecke zurechtgekommen?

Da meine Vorläuferin nicht unter den ersten zurückgekommen ist, habe ich mir nicht zu viel Druck gemacht. Ich bin das Rennen entspannt angegangen. Der Gegnerkontakt war eine Herausforderung.

Im abschliessenden Sprint in der Altstadt von Vilnius hast du dich in den Top-Ten klassieren können! Wie knifflig war es in den engen Altstadtgassen und mit den künstlich gesperrten Durchgängen?

Ich war gut darauf vorbereitet und wusste, wie ich mit den vielen Eingängen umgehen muss. Es war wichtig, dass man genau weiss, wo sich ein Eingang oder eine Abzweigung befindet. Mit den Absperrungen war zu rechnen, deswegen war ich auch nicht überrascht. Die Parkanlage nach dem Überlauf war ein richtiges «Labyrinth» mit vielen künstlichen Absperrungen, womit ich nicht gerechnet hatte.

Unterdessen sind rund 4 Wochen vergangen seit deiner Rückkehr aus Litauen. Welches sind die prägenden Erinnerungen an deine ersten internationalen OL-Titelkämpfe?

Sicher werde ich mich später an die erste Nacht in Litauen zurückerinnern: Wir kamen um ein Uhr nachts in einem Hotel in Vilnius an und warteten unendlich lange in der Eingangshalle, bis endlich jemand kam. Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass der Veranstalter vergessen hatte, für uns eine Unterkunft zu buchen, und wir wurden in eine andere Unterkunft gebracht.

Obwohl die Staffel nicht optimal lief, bleibt mir diese sicher auch gut in Erinnerung: Wir hatten eine gute Stimmung im Team und feuerten uns gegenseitig an. Der Speaker hatte Mühe mit dem aussprechen der Schweizer Namen, was amüsant war.

Natürlich war vieles anders als an einem normalen Wettkampf. So musste ich das erste Mal in eine Quarantäne oder lief ins Ziel, ohne es stempeln zu müssen.

Vielen Dank für deinen Einblick und nochmals herzliche Gratulation zur erfolgreichen EYOC-Teilnahme. Wir drücken die Daumen und freuen uns auf die kommenden Läufe!