Bericht Clubmeisterschaftstag 2026


Bereits als ich von der Bachstrasse Richtung Turnhalle Feld abbog, sah ich die grosse OL-Flagge in Michelles Garten. Dem ungeschriebenen Gesetz treu kam ich mit dem weitesten Weg als Erster an.
Ich sollte einen Würfel werfen. Die Zahl wurde notiert. Nachdem mit Quirin der fünfzehnte Mitstreiter eingetrudelt war und seinen Würfel geworfen hatte, ging’s gleich los. Ich war ein bisschen aufgeregt, schliesslich lag meine letzte Clubmeisterschaft so weit zurück, dass die Erinnerung daran langsam verschwamm. Erste Aufgabe: Auf dem Areal der Schule Feld waren dreissig Posten gesetzt und jeder erhielt ein Postennetz – allerdings ohne Nummern. In drei Kategorien eingeteilt (kurz, mittel, lang), mussten wir eine bestimmte Anzahl gerader oder ungerader Posten suchen. In meiner Kategorie mittel beispielsweise zehn Ungerade. So mit dem Terrain bekannt geworden, gab es anschliessend in denselben Kategorien einen Schulhaus-Sprint. Bei beiden Aufgaben wurden Zeiten und Fehlposten zur späteren Berechnung notiert. Aufgewärmt wie wir nun waren, ging es gleich weiter in den Gönhard zu einem klassischen Sugus-OL: Auch hier erhielten wir ein Postennetz, zudem fünfzig Minuten Zeit, um so viele Posten wie möglich anzulaufen und bei jedem genau ein Sugus zu nehmen. Für mich war die Zeit grosszügig berechnet. Ich war also gemütlich zu meinem letzten Posten unterwegs, als mir ein fatales Missgeschick auffiel: Ein letztes rotes Sugus kullerte gerade frischfröhlich aus meinem im Wald aufgerissenen Plastiksack auf die Waldstrasse und ich hielt konsterniert den leeren Sack in der Hand. Ein kurzer Blick auf die Uhr: Ich hatte eine knappe Viertelstunde Zeit, um die totale Niederlage abzuwenden. Wie ein Getriebener lief ich also die letzten sechs Posten erneut an, den Blick starr auf den Waldboden gerichtet, um zu retten, was zu retten war. Zu allem Überfluss kam ich gegen Ende auch noch in Zeitnot und rannte, als wäre der Leibhaftige hinter mir her, die Bachstrasse hinab zurück zur Schule, wo ich das Ziel kurz vor dem Kreislaufkollaps erreichte. Nachdem ich zurück zum WKZ in Michelles Garten getrottet war und mich einigermassen von meinen Strapazen erholt hatte, sollte ich noch eine Runde Büchsen schiessen. Es blieb eine Büchse auf dem Tisch, diese Nummer wurde notiert. Sogleich fiel ich über die aufgetischten Leckereien her.
Kurze Zeit später folgte die Auflösung: Das Ziel war es, möglichst wenig Punkte zu erreichen. Eine erste Klassierung geschah bereits bei der Anmeldegeschwindigkeit, je schneller desto besser. Dieses Feld wurde dann mit dem Würfelwurf etwas zusammengerückt, indem den Schnelleren die Augenzahl hinzu addiert, den Langsameren jedoch abgezogen wurde. Die beiden Schulhaus-OLs wurden nach Zeit gewertet und ergaben zwei Ranglisten. Für die Schlussrechnung war die Platzierung entscheidend, wobei Läufer mit Fehlposten nach dem letzten Platz klassiert wurden. Die Sugus wurden gezählt, dabei war die Farbe entscheidend: Alphabetisch sortiert gaben blaue Sugus einen Punkt, gelbe Sugus zwei, orange drei und so weiter. Diese Punktzahl ergab erneut eine Rangliste, jener mit den meisten Punkten führte sie an. Schlussendlich wurden noch die auf dem Tisch gebliebenen Büchsen dazugerechnet, in meinem Fall ein Punkt. Mithilfe dieser Rechnung ergab sich nun die finale Rangordnung.
Michelle begann sie, vorzulesen und ich wurde immer angespannter: Sollte ich tatsächlich den ersten Clubmeisterschaftstag nach jahrelanger Absenz gleich gewinnen? Dritter wurde Samuel Bieri, es blieben noch Quirin und ich. Doch dann das Unfassbare: Gleichstand! Gleichstand mit 21 Punkten, es entschied eine Schätzfrage von Seiten Christian Häfligers, nämlich die Anzahl Unentschieden in den letzten Nati-A und Nati-B Runden, insgesamt 84 Spiele. Ausgerechnet Fussball! Nichtsahnend notierte ich eine 25. Quirin zeigte die Nummer 17. Und holte sich somit den Sieg, denn richtig wären zwanzig Unentschieden gewesen. Und so endete dieser sonnige, gesellige Tag in Suhr, jedoch nicht die Geschichte, denn am selben Abend spielte Sion zuhause gegen den FCZ. Und heute, am Oristaler OL in Zeiningen erzählt mir Christian, eben dieses Spiel sei unentschieden ausgegangen und somit das einundzwanzigste. Hätte es einen Tag früher stattgefunden, wir hätten gestern im Garten ein zweites Mal schätzen müssen, und wer weiss, wie das ausgegangen wäre. Das Schicksal erzählt uns manchmal drollige Geschichten.

Oliver

Rangliste:

RangNamePunkte
1Quirin22
2Oliver22
3Samuel24
4Peter Lü.26
5Nicole27
6Michael30
7Carmen31
8Dani und Andri32
9Marcel33
10Barbara33
11Damian37
12Peter La.39
13Nino43
14Margrit46
15Priska54